Die Freiheit, überall und jederzeit zu reisen.

Urlaub, Reisen und sogar das Leben im Ausland sind Teil des modernen Lebens. Wir sind in der Regel frei, uns zwischen den Ländern zu bewegen, um neue Orte und Kulturen aus eigenem Antrieb zu erkunden.

Doch während der Sowjetzeit war die Situation ganz anders. Die Grenze zwischen Ost und West war hart und unnachgiebig und ließ den Bürgern des Ostblocks wenig Bewegungsfreiheit.

Nur zwei Monate nach der Russischen Revolution von 1917 verhängten die kommunistischen Behörden Reisekontrollen und verboten ihren Bürgern, das Land ohne staatliche Genehmigung zu verlassen.

Trotz dieser Kontrollen verließen die Menschen weiterhin den Ostblock. In den fünf Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg flohen über 15 Millionen Einwanderer aus dem sowjetisch besetzten Osteuropa in den Westen. Der schwächste Teil der sowjetischen Grenze war der Übergang zwischen Ost- und West-Berlin, viele Ostdeutsche wanderten nach Westdeutschland aus, obwohl dies das offizielle Verbrechen der „Flucht aus der Republik“ bedeutete. 1961 beschlossen die ostdeutschen Behörden, gegen den Exodus vorzugehen und errichteten eine Stacheldrahtbarriere, um ihre Bürger daran zu hindern, in den Westen zu gehen. Diese Barriere wurde später zur Berliner Mauer – dem ultimativen Symbol der Trennung zwischen Ost und West.

Menschen wurden gefangen, und jeder Fluchtversuch konnte zum Tod führen. Während der Zeit, in der die Mauer stand, zwischen 1961 und 1989, wird angenommen, dass etwa 140 Menschen bei dem Versuch, die Überquerung vorzunehmen, starben. Grenzschutzbeamte erschossen die meisten Überläufer, während andere in der Spree ertranken.

Es war nicht nur der Wechsel von Ost nach West, der für sowjetische Bürger problematisch war. Selbst das Reisen innerhalb des Ostblocks war schwierig. Visa wurden nur an Personen vergeben, die auf einer von der kommunistischen Regierung organisierten Geschäfts- oder Diplomatenreise waren.

Während der Zeit, in der die Mauer stand, zwischen 1961 und 1989, wird angenommen, dass etwa 140 Menschen bei dem Versuch, die Überquerung vorzunehmen, starben.

Die Menschen waren gezwungen, einfallsreich zu sein, wenn es um Reisen ging und fanden aufwändige Wege, um die Hindernisse zu überwinden. Fußballfeste wurden populär, in denen die Bürger in ein anderes Land des Ostblocks reisten, in dem die Heimmannschaft gegen eine Mannschaft aus dem Westen spielte. Während diese Reisen zunächst die Zustimmung der Regierung hatten, die wollte, dass der Westen die Fans für ihre Heimmannschaft jubeln sieht, wurde schließlich klar, dass die Fans tatsächlich reisten, um hochkarätige westliche Fußballer spielen zu sehen. Nachdem die Behörden herausgefunden hatten, was los war, wurden sie bald auf diesen Reisen festgenommen.

Als der Kalte Krieg zu Ende ging und die Sowjetunion zusammenbrach, begannen die Menschen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Die Regierungen waren nicht in der Lage, die wachsende Flut von Bürgern zu stoppen, die dem Kommunismus entkommen wollten, und die Schleusen öffneten sich. 1989 hob Ungarn die Grenzbeschränkungen mit seinem Nachbarn Österreich auf, und in der Folge flohen 13.000 Ostdeutsche, die dort Urlaub machten, nach Österreich.

1989 fiel das offensichtlichste Symbol der Unterdrückung aus der kommunistischen Ära – die Berliner Mauer – schließlich, abgerissen von den eigenen Bürgern. Damit wurden erstmals seit den sechziger Jahren wieder Ost- und Westdeutsche vereint. Die Reisebeschränkungen wurden aufgehoben, und die Osteuropäer begannen endlich die Freiheit zu genießen, die die Menschen im Westen seit Jahrzehnten hatten..

Echte Menschen: Axel Mitbauer

Der 19-jährige Axel Mitbauer war einer der hellsten Stars im ostdeutschen Schwimmteam und konnte sich in der 400 Meter langen Freistilphase durchsetzen. Mitbauer wurde vom Leben hinter dem Eisernen Vorhang enttäuscht, nachdem er Geschichten über das Leben im Westen gehört hatte, als er an Wettbewerben teilnahm, und beschloss zu fliehen.

Nach monatelanger Planung machte sich Mitbauer im August 1969 auf den Weg an die Ostsee und sprang von einem fahrenden Zug, um die Stasi abzuschütteln. Im Schutze der Nacht schwamm Mitbauer 22 tückische Kilometer zur Freiheit über die Ostsee.

Er benutzte 30 Tuben Vaseline, um sich vor der eisigen Kälte zu schützen, und kam mit nur seinen Badehosen, Flossen und einer Medaille in Travemünde an.

Als die Mauer fiel, waren über 600 Athleten in den Westen geflohen.


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